Faktencheck in der Kieferorthopädie
Wir besprechen noch ein paar Mythen und Missverständnisse in der Kieferorthopädie: Ein kleiner Faktencheck
Faktencheck: Zahnspangen verursachen Karies und Zahnfleischerkrankungen
Viele Menschen glauben, dass Zahnspangen automatisch zu Karies und Zahnfleischerkrankungen führen. Das stimmt jedoch nicht!
Mit einer guten Mundhygiene und regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen können diese Probleme vermieden werden. Die Pflege muss allerdings an die jeweilige Zahnspange angepasst werden. Bei herausnehmbaren Zahnspangen oder transparenten Zahnschienen Hygienevorteile bei Alignertherapie ist die Mundhygiene leichter durchzuführen als bei einer festsitzenden Zahnspange. Deshalb ist es besonders wichtig, bei einer festsitzenden Zahnspange auf eine gründliche Zahnpflege zu achten!


Faktencheck: Zahnspangen lösen sich leicht und gehen oft kaputt
Ein weiteres Missverständnis ist, dass Zahnspangen leicht brechen oder sich lösen. Fakt ist: Dank moderner Säure-Ätz-Technik werden festsitzende Zahnspangen sicher und zuverlässig befestigt Säure-Ätz-Technik in der Kieferorthopädie. Sie sind robust und langlebig. Dennoch sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Beispielsweise ist das Abbeißen von harten Lebensmitteln wie Karotten oder Äpfeln sowie das Kauen von klebrigen Nahrungsmitteln wie Kaugummi zu vermeiden. Mit der richtigen Pflege und regelmäßigen Kontrollen kann so das Auftreten von Reparaturen an Zahnspangen minimiert werden.
Faktencheck: Weisheitszähne verursachen Zahnverschiebungen und Engstände
Ein häufiger Irrglaube ist, dass Weisheitszähne für erneute Zahnfehlstellungen verantwortlich sind. Insbesondere für den sogenannten tertiären Engstand in der Unterkiefer-Front werden die Weisheitszähne verantwortlich gemacht. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben untersucht, ob das Wachstum von Weisheitszähnen tatsächlich Druck auf die anderen Zähne ausübt und dadurch Verschiebungen verursacht. Die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig. Es gibt keine überzeugenden Belege dafür, dass Weisheitszähne der Hauptfaktor für den tertiären Engstand sind. Zahnbewegungen und Engstände in der vorderen Zahnreihe treten auch ohne das Vorhandensein von Weisheitszähnen auf. Diese Verschiebungen sind oft das Ergebnis natürlicher Prozesse, wie des lebenslangen Wanderns der Zähne, Veränderungen im Kieferwachstum und des Abbaus des Zahnhalteapparats mit zunehmendem Alter.

Langzeitretention
Warum sie nach der kieferorthopädischen Behandlung so wichtig ist
Nach einer kieferorthopädischen Behandlung empfehlen die Kieferorthopäden eine sogenannte Langzeitretention, um die korrigierte Zahnstellung langfristig zu stabilisieren. Ein festsitzender Retainer Was ist ein Retainer ? wird häufig verwendet, um die Zähne in ihrer neuen Position zu halten. Ohne diesen Retainer kann es auch unabhängig von den Weisheitszähnen zu erneuten Engständen kommen.
Es ist daher falsch zu behaupten, dass allein die Weisheitszähne für späte Zahnverschiebungen verantwortlich sind. Verschiebungen und Engstände können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, bei denen die Weisheitszähne keine dominante Rolle spielen.






